Verfasst von: wooothellutz | März 20, 2009

Paradise City

Ihr täuscht Euch nicht! Nach viel zu langer Abstinenz im Blog gibt es wieder Neuigkeiten aus dem Königreich. Eine große zeitlang ist es recht ruhig um mich gewesen, da ich trotz der wenigen Vorlesungsstunden einige Übungsblätter (Assignment Sheets) lösen musste. Dazwischen gab es viele Aufenthalte in der uniinternen Disco, sowie Pool- und Snookerpartien und natürlich Pubbesuche. Aufgrund der vielen Bekanntschaften zu italienischsprachigen Menschen habe ich beschlossen mir etwas italienisch selbst beizubgringen; unter Hilfe der Muttersprachler. Diese Kombination stellt sich als sehr effizient heraus und ich kann schon in einer Bar bestellen und einen Urlaub buchen – also das wichtigste :)    Nicht nur in Egham, sondern nahezu ganz England ist der Frühling seit mehr als zwei Wochen stabil. Das heißt für Engländer soviel wie höchstens ein Nichtfrühlingstag pro Woche und kommt einem Sommer gleich! Das habe ich vor zwei Wochen zum Anlaß  genommen mal einen Ausgiebigen immer-der-Nase-nach-Spaziergang im warmen und sonnigen London zu unternehmen. Ich startete am Southbank Pier, das ist der Platz an dem das London eye steht, und begab mich in aller Ruhe entlang der Themse im Bezirk Westminster bis zur Vauxhall Bridge. Für die ohne grosse Autokentnisse: Opel heißt in England Vauxhall(Wochshohl). Von dort bin ich eine ganze weile durch kleine grüne
Parks gelaufen und habe zufällig ein Gebäude des Fernsehsenders Channel 4 gesehen. Davor stand ein Kunstobjekt in Zusammenarbeit mit vier in Großbrittanien namhaften Künstlern, eine riesige aus Regenschirmen gesteckte Nummer Vier. Weiter ging es in den herrlichen Stadtteil Chelsea. Dort habe ich ein Veteranenkrankenhaus gesehen und viele kleine Spielplätze sowie öffentliche! Tennisplätze – sehr viele. Danach führte mich meine Nase gen South Kensington, dem Viertel, in dem das Wissenschaftsmuseum, Naturkundemuseum und die Royal Albert Musikhalle zu finden sind. Als ich mich auf den Rückweg begeben wollte habe ich noch eine Ausstellung besucht. Von einer Sekunde auf die Andere stand ich vor einer Gallerie die Kunst aus dem Mittleren Osten austellte. Da man mal wieder keinen Eintritt wollte habe ich mir also noch etwas Kunst angeschaut.  Vorvergangene Woche habe ich mich kulturell auf dem Campusgelände weitergebildet. Erst habe ich mir von englischen Deutschstudenten das Stück Don Juan oder die Liebe zur Geometrie angeschaut und zwei Tage später die Operette Die Fledermaus in Englisch aufgeführt von Musikstudenten. Beide Aufführungen waren sehr schön und es gab Engländer, die ein sehr klares und sehr gutes Deutsch sprechen. Doch ebenfalls bemerkenswert war die Operettenleistung der Zweitsemester. Das Wochenende begingen wir mit einem Dinner bei Freunden und der Anschließenden Fahrt nach Windsor in die Disco. Es ist erstaunlich wieviele Leute nicht in die Clubs gelassen werden, weil sie keine Kragen oder „angemessene“ Schuhe tragen. Wir hatten kleinere Schwierigkeiten, weil einer unserer Begleiter Turnschuhe trug – böse böse Falle. Wir haben dann aber eine Disco gefunden die herrliche Musik spielte und wir hatten einen Riesenspaß. Am Montag dann war es soweit, der nächste Besuch stand vor der Tür. Anjas Schwester Katja und ihr Freund Pfote kamen nach London. Wir haben uns an der Victoria Coach Station getroffen, weil wir ein Hotel in der Nähe gemietet hatten. Wir hatten eine Menge vor… Nachdem wir unser Hotel bezogen haben machten wir einen ersten Abstecher in die Oxford Street zum Primark. Pfote und ich brauchten noch St. Patrick’s Day-taugliche grüne T-Shirts. Leider fanden wir nur eins für Pfote und wir beschlossen Dienstag immer mal die Augen offen zu halten. Es gab eine kurze Stärkung und dann nach Camden Town. Wir betraten das Monto Water Rats, einer Bar mit kleinem Auftrittsraum für Bands. Dort haben wir ein schönes Bier getrunken und uns die aspirierende Band The Parlormob angesehen. Es gab sogar zwei kleine Vorbands. Am Dienstag klingelte unser Wecker um sieben, denn wir wollten den Tower of London besuchen und uns vorher im Wetherspoons ein ausgiebiges Englisches Frühstück gönnen. Schließlich braucht man viel Energie und wir haben sage und schreibe 5 Stunden im Tower verbracht. Wir hatten beim Eintritt in den Tower Glück, da gerade eine Beefeater-Tour angefangen hatte und wir uns einfach anschließen konnten. Die Tour dauerte ca. eine Stunde und enthielt viele Informationen zur Geschichte des Tower inklusive Angriffe, Folter und verschwundene Pinzen. Wir haben erfahren, dass es jetzt erst die erste weibliche Beffeaterin gibt und Beefeater, die eigentlich Yeoman Wards heißen, 22 Jahre im Militär gedient haben müssen um sich als Yeoman zu bewerben. Einige von Ihnen leben sogar im Tower. Nach der Tour besichtigten wir das Herzstück des Towers, die Kronjuwelen der Königsfamilie. Eine äußerst imposante Sammlung an Kronen, Szeptern und Goldgeschirr. Selbstverständlich ist hier auch der größte je gefundene Diamant zu finden; das Herz Afrikas ist im Königszepter verarbeitet und das Wort beeindruckend trifft hier den Nagel auf den Kopf. Als wir fertig waren und etwas den Tower mit seinen Türmen erkundet haben entdeckten wir zufällig, dass noch eine kleinere Tour zum Thema Verteidigung einer Burg stattfindet und haben mitgemacht. Alles in allem hat sich der Eintrittspreis gelohnt und wir haben alles was man sehen und machen kann getan. Wir sahen sogar ein paar Soldaten in dem Tower aufgereit, die die aktuellen Wachen ablösen sollten. Als wir mit dem Tower fertig waren und uns einen Starbucks Kaffee gönnten entschieden wir uns nach grünen T-Shirts ausschau zu halten, als Katja gerade ein Schild erspähte: „Buy a Guiness and get a Hat or T-Shirt for free“. Ab in die Bar also, zwei Guniess gekauft und schon hatten Pfote und ich das perfekte Kleidungsstück. Mit fortgeschrittener zeit fuhren wir nochmal zur Oxford Street um ein bisschen zu bummeln und bei Subways zu abendbroten. Gegen 21:00Uhr haben wir uns mit zwei Freundinnen von Katja getroffen um gemeinsam St. Patrick’s Day zu feiern. Wir waren in zwei Clubs und alles war herrlich dekoriert. Aufblasbare Guinessgläser, grüne Luftballons und Aufsteller sowie Menschen mit Guniess-Hüten und grünen glitzernden Kunstohren für die Haare. Leider ging in der ersten Bar irgendwann das Bier aus und wir sind dann weiter gezogen zum Waxy O’Connors. Diese Mischung aus Kneipe und Disco ist riesig. Es gibt meherere Etagen und alles ist verwinkelt und einfach viel Platz. Nichtsdestotrotz war es am Dienstag hoffnungslos überfüllt. Dafür war Spitzenstimmung und mein persönliches Highlight war ein in grün gkleideter Typ mit glitzerndem Hut mit Irlandflagge drauf, der sich auf den Händen der Gäste zur Bar hat transportieren lassen. Währenddessen lief im Hintergrund feinste Irische Musik – Was für ein Spaß. Mittwoch stand Shopping auf dem Programm. Also in die Oxford Street und vom Primark aus gestartet. Es ist einfach fetzig, wenn man soviele Geschäfte hat, dass man nach zwei Stunden sich nicht wirklich viel entlang der Straße bewegt hat. Viele Shops, Große Shops. Klamotten, Media, einfach alles… Abends sind wir dann zu der Band The Rifles gefahren und haben uns deren Konzert angehört. Zwei Vorbands und beim Konzert gab es jede Menge Action. Als die Band die Bühne betrat waren die Briten so glücklich, dass sich zwei Flanken bildeten, die sich mit Bierbechern bewarfen. Wer denkt, dass die Leute geschimpft haben irrt gewaltig… Desweiteren war ich nicht ganz darauf gefasst, dass mich eine riesen Pogo-Party erwartet. Nachdem ich mir nach ein paar Minuten wie eine misshandelte Squeeze-Bottle vorkam hab ich einfach mitgemacht. Ein Risengaudi sich von ganz hinten nach ganz vorn zu arbeiten – Yeah! Es war ein super Konzert und wir waren anständig geschafft. Donnerstag entschieden wir uns dafür ins Natural Science Museum zu gehen. Das Gebäude ist mal wieder eine Meisterleistung. Von aussen sehr schön und innen wird es noch besser. Wir haben eine Dinosaurier-Austellung gesehen, jede Menge interaktive Spielchen für Kinder mitgemacht und waren auch in einer kleinen Show in der eine Mitarbeiterin ihre Lieblingsspezies vorstellte und erfuhren, dass es in einem der Aufbewahrungsorte einen Riesenkraken gibt. Es gab viel zu sehen und zu entdecken. Wir standen auch vor einem Ausstellungsstück eines 1335 Jahre alten Baumes. Nach 3 Stunden sind wir nochmal Bummeln gewesen und haben dann Abends im Wetherspoons lecker Cottage Pie (mit Kartoffelbrei überbackenes Hackfleisch an Erbsen und Pommes) gegessen. Nach soviel Spaß mussten wir dann zur unchristlichen Zeit von fünf Uhr aufstehen und ich habe die beiden an der Victoria Coach Station verabschiedet. Kommende Woche gibt es nochmal ein wenig zu tun und dann kommen Manu und Andre vorbei. Es waren herrliche Wochen und die Tage mit Katja und Pfote waren fantastisch. London ist und bleibt auch eine richtig geile Stadt – Paradise City eben…


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  1. Hallo mein Martin ich erfreue mich immer an Deinen wunderbaren Einträgen und habe ja nun wirklich lange darauf warten müssen, aber nun ist alles gut. Super Super Super Du mein Heeeeeeeeeld


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